Am 7. August 2013 hat mein
Abenteuer USA angefangen. Nach einem langen Anmeldeprozess und langer Wartezeit
war ich sehr glücklich endlich ins Flugzeug steigen zu können und ins Gastland
zu reisen. Dieses Austauschjahr wäre nie möglich gewesen ohne die finanzielle
Hilfe von AFS, wofür ich sehr dankbar bin. Das Stipendium von AFS ermöglichte
mir dieses tolle Erlebnis. Aber in diesem Moment, als ich ins Flugzeug
gestiegen bin hatte ich keinen blassen Schimmer auf was ich mich eingelassen
habe. Dieses Austauschjahr beinhaltet so viel mehr als ich damals gedacht habe.
Nun bin ich schon fast 5 Monate in den USA und ich kann sagen ich habe mich
schon sehr verändert. Es sind mehr Dinge passiert in dieser kurzen Zeit als in
einem ganzen Jahr geschieht in der Schweiz. Ich bin nicht mehr dieselbe, die
vor wenigen Monaten ins Flugzeug auf Amerika stieg, mein Englisch ist nach
wenigen Wochen schon so viel besser geworden und dementsprechend mein Deutsch
schlechter ;).
AFS gab uns damals den sehr
wertvollen Tipp in den ersten 3 Monaten keinen oder fast keinen Kontakt mit der
Familie im Heimatland zu haben, damit man sich besser einleben kann im
Gastland. Obwohl es sich sehr hart anhört, wollte ich das durchziehen und ich
bin meiner Willenskraft enorm dankbar, dass ich es getan habe. 3 Monate lang
fast keinen Kontakt mit der Schweiz hat mir erlaubt mich 100 Prozent aufs
Gastland zu konzentrieren und mich sehr gut einzuleben. Ich möchte jeden Moment
in meinem Austauschjahr geniessen und nicht zu viel Heimweh haben, was ich bis
jetzt auch gemacht habe. Ich verbringe mein Austauschjahr in Little Rock das
ist die Hauptstadt von Arkansas. Ja, Genau. Ich hatte auch keine Ahnung was und
wo das ist als ich es zum ersten Mal gehört habe. Es ist ein sehr schöner,
natürlicher und interessanter Staat im Süden der USA. Fast noch interessanter
ist meine Gastfamilie. Meine Gasteltern stammen aus Indien und sie wanderten
vor 20 Jahren in die USA ein. Sie haben keine Kinder und haben noch nie einen
Austauschschüler gehabt und somit bin ich ihr ersten Kind und ihre erste
Tochter. Das ist der Hauptgrund dafür, dass sie mich wie eine Prinzessin
behandeln. Es macht sie deshalb auch umso glücklicher, dass ich sie mom und dad
nenne. Für meinen 17ten Geburtstag haben sie für mich eine grosse Party veranstaltet,
was mir sehr gefallen hat und mir immer in Erinnerung bleiben wird. Meine
Eltern arbeiten in der Nähe von meiner Schule und somit fährt mich immer einer
von beiden zur Schule und holt mich wieder ab von der Schule. Meine Gasteltern
und ich haben schon einen schönen Ausflug zusammen unternommen. Wir gingen
zusammen nach Branson in Missouri. Branson ist eine typische amerikanische
Stadt. Es gibt viele Shows und andere Unterhaltungsmöglichkeiten in Branson.
Wir gingen ins Titanic Museum, ins Hollywood Wachs Museum und am Abend in die
sehr patriotische Dolly Parton Dixie Stampede Show und am letzten Tag gingen
wir in die Silver Dollar City, das ist ein Park mit Achterbahnen der mich sehr
an den Europa Park Rust erinnerte. Branson ist fast 4 Stunden Autofahrt
entfernt von unserem Haus. Meine Schule ist 20 Minuten entfernt von unserem
Haus, was ungefähr die Distanz von meiner Wohnung in der Schweiz und Zürich
ist. Die Grössen hier sind enorm. In den ersten Wochen hier konnte ich nicht fassen
wie riesig alles ist hier. Von der Milchflasche zu den Autos alles ist in
Übergrösse (Menschen inbegriffen). So zurück zu meiner Schule. Ich gehe in die
eStem High Public Charter School in Little Rock Downtown. Es ist eine kleinere
Schule mit ungefähr 500 Schülern. Es gibt viele verschiedene Schulen in der
Umgebung, aber ich denke ich habe Glück in diese Schule zu gehen. Diese Schule
ist eine Charter Schule was bedeutet, dass sie zwischen einer öffentlichen und
privaten Schule ist und somit ist es eine gute Schule. Der Schulstoff ist nicht
schwierig. Ich habe viele AP Fächer, dass bedeutet Advanced Placement. AP
Fächer sind College Fächer. Obwohl der Schulstoff nicht so schwierig ist habe
ich viel Arbeit. Verglichen mit der Kantonsschule die ich besuche in der Schweiz
ist die Schule sehr einfach aber die Lehrer geben viel mehr Hausaufgaben, vor
allem in den AP Fächern. Es war nicht schwierig Freunde zu finden in der
Schule. Die Schüler sind sehr offen und auch sehr interessiert in mich und in
die anderen Austauschschüler in meiner Schule. Wir haben sehr viele
Austauschschüler in meiner Schule, was sehr interessant ist. Die anderen
Austauschschüler sind von Deutschland, Frankreich, Tschechei, Finnland, Island,
Vietnam, Irland und Spanien. Ich bin sehr froh, dass ich schon so viele Freunde
gefunden habe und viel Zeit in meiner Freizeit mit Freunden verbringen kann.
Amerikanische Teenager können schon Autofahren was sehr cool ist. Hier in den
USA vor allem im Süden gibt es keine sicheren öffentlichen Transportmittel und
deshalb muss man immer jemanden haben der einen fährt wenn man weg will. Wenn
ich mit Freunden abmache, können sie mich meistens abholen und dann gehen wir
etwas essen, ins Kino oder shoppen. In meiner Schule habe ich viele Privilegien
aufgrund dessen, dass ich eine Austauschschülerin bin. Ich wäre in der 11.
Klasse (Junior) aber weil ich eine Austauschschülerin bin werde ich behandelt
wie ein Senior (12. Klasse). Deshalb dürfen wir an alle Seniorevents gehen. Wie
zum Beispiel das Senior Luau (Poolparty) im Beginn des Jahres. Ein sehr grosser
und wichtiger Teil meines Austauschjahres ist Cheerleadern. Es war mein Traum
und Wunsch eine Cheerleaderin zu werden. Als ich ankam hat mir die Schulleitung
gesagt, dass die Aufnahmetrainings schon vorbei seien und dass es sehr
schwierig sei ins Team zu kommen. Doch ich wollte meinen Traum nicht so schnell
aufgeben und ich ging mit einer Kollegin zum Cheercoach und sie sagte mir ich
könne ins Training kommen und nach dem Training noch ein Probetraining alleine
mit ihr haben. Nach 3 Probetrainings wurde ich sehr nervös und hoffte sehr fest
dass ich angenommen bin. Mit den Cheerleadern hatte ich schon Freundschaft
geschlossen. Als sie mir dann gesagt hat dass ich im Team bin ist mein Wunsch
in Erfüllung gegangen und ich war und bin extrem glücklich ein Mitglied des
eStem Cheer Squad zu sein. Da meine Schule kein Footballteam hat sind wir
Cheerleaders für unser Basketballteam. Zum Beginn der Basketballsaison gab es
an unserer Schule einen Homecoming Ball. An diesem Homecoming Ball gingen
einige gute Freundinnen von mir und ich zu einer anderen Freundin nach Hause um
uns parat zu machen. Dann viel zu früh trafen unsere Dates ein. So wir waren
noch nicht parat als sie kamen. Sie mussten ziemlich lange warten in
Gesellschaft von meiner Kollegin ihrer kleinen ein bisschen nervigen Schwester,
die sie ausfragte, was für uns amüsant war. Endlich parat haben wir viele Fotos
zur Erinnerung gemacht und dann ging es ab an den Ball. Wir tanzten viel an
diesem Abend und nach dem Ball gingen wir ins iHop Restaurant Pancakes essen.
Der Homecoming Ball war ein Erfolg aber der grösste Ball ist noch vor uns und
wir sind sehr aufgeregt. Wie jeder weiss von all den vielen amerikanischen
Filmen ist der grösste Ball für einen Senior in der High School der Prom Ball. Unser
Prom wird im April sein und obwohl es noch lange entfernt ist sind alle sehr
aufgeregt für den Prom. Auch wurde ich schon gefragt für Prom obwohl es erst im
April ist. Die Art wie ein Junge das Mädchen fragt für Prom ist sehr wichtig hier.
So eines Morgens lief ich zu meinem Schliessfach in der Schule und am Boden
lagen überall Rosenblätter und rund um mein Schliessfach waren viele
Rosenblätter. Innerlich hoffte ich, dass diese nicht für mich sind und ich tat
so als wäre nichts. Aber dann hörte ich jemanden meinen Namen sagen und ich
drehte mich um und sah einen Jungen aus meiner Englischklasse im Anzug vor mir
stehen. Er fragte mich auf Deutsch ob ich mit ihm zum Prom möchte. Nur das
Problem war, dass ich ihn nicht verstehen konnte weil er einen sehr starken amerikanischen
Akzent hatte und dann als ich ihm sagte, dass ich nicht verstehe was er meine
fragte er mich noch einmal in Englisch. Ich fand es sehr süss von ihm, dass er
sich so viel Mühe gegeben hat, aber weil ich ihn nicht richtig kannte und vor
diesem Tag noch nie mit ihm geredet habe, habe ich nein gesagt. Nun hoffe ich,
dass mich obwohl ich nein gesagt habe noch jemand fragen wird und ich dann eine
tolle Zeit verbringen kann am Prom Ball. Bis dahin werde ich weiterhin jeden
Moment mit vollen Zügen geniessen und dankbar sein dass ich die Chance habe ein
AFS Student zu sein.